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Aufgebrochener Taschenkalender

Seit ich ein Teenager geworden war, konnte ich sehen, dass meine Mutter sich plötzlich für alle meine Angelegenheiten interessierte. Sie wollte einfach alles wissen, was, wo, wann, mit wem. Ihre Fragen hatten einfach kein Ende und das war wirklich nervend. Ich konnte es nicht mehr aushalten und ich fing an, ihr nichts mehr zu sagen. Ich sagte ihr nur, dass ich jetzt groß war und ihr nicht mehr alles erzählen musste, vor allem nicht, da sie mich so ständig ausfragte. Sie war jetzt ziemlich sauer auf mich, doch sie konnte nichts an meinem Entschluss ändern. Ich konnte ihr aber ansehen, dass sie zu allem fähig war, sogar zum spionieren. Ich beschloss, ihr eine Lektion zu erteilen, damit sie einsehen würde, warum ich ihr nichts erzählen will. Ich kaufte mir also einen kleinen Taschenkalender, der als mein Tagebuch fungieren sollte. Der Taschenkalender hatte ein kleines Vorhängerschloss. Ich öffnete ihn, schrieb dort rein ein paar unangenehme Worte für meine Mutter, ich schloss ihn ab und warf dann den Schlüssel einfach weg. Es dauerte einige Tage, bis ich dann meinen Taschenkalender aufgebrochen fand. Meine Mutter konnte mich nicht einmal ansehen, so peinlich war es ihr. Sie hatte mir aber selbst bewiesen, warum ich ihr nicht vertrauen sollte.